Branche Wasserstoff & Brennstoffzellen beschleunigt weiter: NEL mit Mega-Auftrag, Norwegens Wasserstoffstrategie und Konjunkturpaket der Bundesregierung

Stefan Krick
Stefan Krick

Finanz-Blogger, Unternehmer, Vermögensarchitekt

Norwegen beschließt eine eigene Wasserstoffstrategie. Außerdem wurde das Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung verabschiedet. Dies führt zu einer weiteren Beschleunigung hin zu einer Wasserstoffwirtschaft.

Bereits vor kurzem veröffentlichte ich einen Bericht mit dem Titel „Positiver Newsflow beflügelt gesamte Wasserstoff-Branche“. Darin schrieb ich vom „Green-Deal“ der EU, der von Portugal sowie dem H2OzBus-Projekt in Australien. Das war erst letzte Woche und die letzten Tage sind bereits wieder neue News reingeflattert die zu einer weiteren Beschleunigung der gesamten Branche führen. Welche das sind, darauf gehe ich nun im Einzelnen kurz ein mit einem anschließenden Fazit.

Mega-Auftrag für

Der norwegische Elektrolyse-Spezialist hat am 03. Juni bekannt gegeben, dass man von Nikola Motors einen Mega-Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 30 Mio. US$ erhält. Nikola Motors will fünf seiner weltweit ersten Wasserstofftankstellen in den USA mit einer Kapazität von 8 Tonnen H2 pro Tag ausrüsten und NEL wird diese sowie weiteres technisches Equipment liefern. Allein dieser Auftrag macht ca. 60 % des bisherigen Auftragsvolumens von NEL aus. Nikola selbst ist laut eigenen Angaben mit einem Auftragsbestand von Kunden in höhe von 10 Mrd. US$ ausgestattet. Laut eigener Unternehmenspräsentation will Nikola insgesamt 1200 solcher Wasserstoffbetankungsstationen bauen wobei jede Station ein geschätztes Volumen von ca. 6 Mio. US$ hat (Quelle). Nikola Motors haben einige schon als „das Tesla der Trucks“ ausgerufen. ist dabei ausgerufener und exklusiver Partner und soll in Zukunft die Technologie rund um die Wasserstoffversorgung und -betankung liefern. Wenn man den Plänen glauben mag, dann ist dieser erste Großauftrag nur der Anfang. Durch diese positive Meldung ist NEL ASA am Mittwoch im späten Abendhandel auch mal eben um fast 40 % gestiegen auf über 2 €. Einige Investoren haben den kurzfristigen Anstieg genutzt und „Kasse“ gemacht sodass sich der Kurs aktuell bei 1,6 € einpendelt. Für mich gibt es aktuell keinen Grund auch nur eine Aktie von NEL zu verkaufen: Der Gesamtmarkt ist positiv, Man hat eine Auftragspipeline von fast 100 Mio. € und man ist Exklusivpartner von Nikola Motors (ab heute auch offiziell an der Börse handelbar). Mit NEL ASA investiert man in die Zukunft des emissionsfreien Schwerlastverkehrs (Quelle).

Wasserstoffstrategie Norwegens

Norwegens Regierung hat ebenfalls am 03. Juni die nationale vorgestellt. Im Rahmen eines weiteren Corona-Krisenpakets sollen mit 3,6 Mrd. NOK (ca. 340 Mio. €) die Entwicklung grüner Technologien zum Wandel hin zu einer grünen Wirtschaft unterstützt werden. Insbesondere Offshore-Wind, Batterietechnologie, Wasserstoff, umweltfreundliche Schifffahrt und Kreislaufwirtschaft sollen damit in den kommenden Jahren gefördert werden. Nel-Chef Jon André Løkke kritisiert die Wasserstoffstrategie allerdings und meint, dass die Wasserstoffstrategie lediglich eine Auflistung der bestehenden Initiativen und Aktivitäten sei. Er befürchtet, dass hauptsächlich Prototypen und Tests unterstützt werden und nicht Marktreife Technologien wie die von NEL. Ob es so kommt wird sich zeigen. Allerdings ist es ein weiteres klares Signal für die gesamte Wasserstoffbranche, dass Norwegen nun mit einem großen Maßnahmenpaket in den Energieträger der Zukunft investiert (Quelle).

der Bundesregierung

Am 03. Juni wurde außerdem das 130 Mrd. € Corona- der deutschen Bundesregierung beschlossen. Ein großer Teil davon soll in Zukunfts- und Klimatechnologien fließen. In dem Ergebnis des Koalitionsausschusses heißt es:“ Damit Deutschland gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgeht und auch mittel- und langfristig ein lebenswertes und wirtschaftlich starkes Land bleibt, werden wir ein Zukunftspaket in Höhe von über 50 Mrd. für die nächsten Jahre auflegen.“ Darin enthalten ist u.a. die Förderung der sowie die Flottenmodernisierung von Flugzeugen und Nutzfahrzeugen. Zwar wurde die Nationale abermals kurzfristig verlegt, doch von dem Zukunftspaket sollen knapp 10 Mrd. € direkt in die Förderung einer Wasserstoffgesellschaft fließen. Dies enthält u.a. den Ausbau der Elektrolyseleistung bis 2030 auf 5 GW sowie den Aufbau internationaler Partnerschaften. Ich finde es außerdem gut, dass die Kaufprämie für E-Autos verdoppelt wird (von 3.000 € auf 6.000 €) und Verbrennungsmotoren keine solche Förderung erhalten. Die deutschen Autobauer haben leider bei der Entwicklung geschlafen und sollen jetzt nicht noch dafür belohnt werden mies gearbeitet zu haben. Leider wird so ein Teil der Kaufprämie an ausländische Hersteller von E-Autos fließen, aber vielleicht führt das in der deutschen Automobilindustrie endlich mal zu einem stärkeren Umdenken. Der Verbrennungsmotor ist für mich eine veraltete, schmutzige und ineffiziente Technologie welche gar nicht mehr benötigt wird. Leider wurde zu lange an alt bewährtem festgehalten und nicht in die Zukunft investiert (Quelle).

Fazit

Insgesamt überschlagen sich gerade die Meldungen. Die einzelnen Länder sowie Unternehmen wollen die Corona-Krise als Chance nutzen und den Wandel hin zu einer emissionsfreien Gesellschaft vorantreiben. Dadurch werden in Zukunft viele Arbeitsplätze geschaffen und ganz neue Wertschöpfungsketten generiert. Die gesamte Branche rund um Wasserstoff & Brennstoffzellen, vor allem die Elektrolysespezialisten wie oder ITM Power, wird in Zukunft von den ganzen Maßnahmepaketen sehr stark profitieren. Zwar sind die Kurse teilweise wieder ziemlich stark gestiegen, doch sollte sich eine globale Wasserstoffwirtschaft etablieren sind die Kurse aktuell erst der Anfang. Die Aktien werden weiterhin hoch volatil bleiben aufgrund der hohen Bewertungen, doch es scheint sich ein Durchbruch in der Branche abzuzeichnen. Ich für meinen Teil finde es toll, dass die Krise doch sehr stark dazu genutzt wird gerade jetzt antizyklisch in die Zukunft zu investieren, das hat man in der Vergangenheit öfters vermisst. Ich schließe diesmal mit einem passenden Zitat.

„Investiere niemals in die Gegenwart, du musst in die Zukunft schauen“

US Investor Stanley Druckenmiller

Disclaimer: Der obere Beitrag ist lediglich eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung. Für Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Verantwortung übernommen. Jede Person ist selber für ihr Handeln verantwortlich. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.


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